Zur Thomas Cook Pleite

Die auf mehreren Ebenen, intensivsten fünf Arbeitstage meines Berufslebens sind Geschichte. Thomas Cook Plc ist am Montag Pleite gegangen und erschütterte damit die gesamte Touristik-Branche, Urlauber, Menschen. Wie das Ganze ablief war ein Skandal. Man kam - selbst wir als Travel Agents - nur häppchenweise an Informationen und erst am Mittwoch, durch die Insolvenz der deutschen Tochtergesellschaften, war dieser unerträgliche Schwebezustand für viele, der Beteiligten vorbei. Nun konnte man endlich konkretere Aussagen treffen und den Kunden sinnvoll helfen, zum Beispiel beim Anmelden von Ansprüchen, an den Insolvenzversicherer des Reiseveranstalters. Viel mehr, will ich dazu hier gar nicht ins Detail gehen. Es war und ist auf jeden Fall hart, zudem wird es Gerichte sicher noch lange beschäftigen.

Erschüttert hat es mich zudem, das ganze Thema im Netz und Social Web zu verfolgen. Hetze, Hass und Schadenfreude gegen Urlauber und Arbeiter des Konzerns, gegen Deutschland und die Wirtschaft an sich, kamen natürlich aus der rechten Ecke, was ja nix Neues ist. Wenn man diese allerdings ausblendet, stellt man mittlerweile fest, dass sich die richtige und überaus wichtige Friday-For-Future Bewegung, im Hass und Hetz-Niveau so langsam den ewig gestrigen anpasst, was ich sehr bedaure.

Dabei vergisst die neunmalkluge Jugend, die sich völlig zu Recht für den Klimaschutz einsetzt, dass Tourismus nicht nur klimaschädliches Fliegen bedeutet, denn der Anteil an Flugreisen, liegt bei ungefähr 40 Prozent.

Das das immer noch zu hoch ist, ist klar. Klar ist aber auch, dass der Tourismus im Wandel ist und immer mehr Trends zu sanften, nachhaltigen Reisen zu erkennen sind. Und gerade die nachhaltigen Urlauber, die zum Beispiel mit der Bahn in ein, bei Thomas Cook gebuchtes Hotel fahren, sind jetzt die, die am meisten geschädigt sind. Sie nämlich, haben keine Pauschalreise und sind demnach auch nicht über die Insolvenzversicherung des Veranstalters abgesichert. Schadenfreude und Hohn ist für diese Urlauber, aber auch für viele Andere, ein Schlag in die Fresse und unangebracht.

Schlußendlich stecken hinter vielen Einzelschicksalen dieser Pleite, Menschen. Menschen, aus vielen sozialen Schichten. Eine grüne Bewegung sollte sich dessen bewusst sein, bei seinen Leisten bleiben und Hass, als auch Hetze den Volltrotteln überlassen.
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