Kleine Fluchten, die Große sind

Pfingsten ist die Zeit, die ich seit ein paar Jahren für längere Fahrradtouren nutze - allein, wie das meist der Fall ist. Es ist die Zeit, wo man auf dem Rad in sich gehen und wo man die Hektik der Stadt ganz schnell hinter sich lassen kann. Es geht früh, bei Zeiten los und kaum aus Hannover raus, wird es umgehend gemütlich. Ruhe kehrt ein und Geräusche nimmt man nur mehr aus der Natur wahr und nicht von unzähligen Blechkisten, die die City unnötiger Weise verstopfen.

Kanal
Mittelland-Kanal in Richtung Sehnde

Dann kreuzt man wunderbare, kleine, verschlafene Dörfer, in denen kein Mensch zu sehen ist. Man hört lediglich einen Hahn krähen und vielleicht bellt auch gerade noch irgendwo in der Ferne ein Hund. Ich suche mir eine Bank, setze mich und atme die Ruhe ein. Nach einer halben Stunde läutet die Glocke einer Kirche und bekommt als Antwort ein erneutes Konzert vom Hahn des Bauernhofes. Und dann passiert es. Man hört Rolläden hochgehen. Rolläden! Es ist ein so intensives, schönes Geräusch, was man in der Stadt nur selten mitbekommen kann und was stellvertretend für ein erwachendes Dorf ist.

Kleinlafferde
Kirche in Klein Lafferde

Es geht weiter an Feldern und Wiesen vorbei und in den nun erwachten Dörfern sieht man Menschen, die sich untereinander und mich als Radfahrer grüßen. Es ist eine gewisse Form von Herzlichkeit und auf dem Straßen wünscht man sich groß in Farbe aufgemalt: "Frohe Pfingsten". In den Mittelpunkten der Ortschaften werden Pavillons aufgebaut und man kann sich ziemlich sicher sein, dass die Leute hier nachher einen fantastischen, gemeinschaftlichen Pfingstsonntag verbringen werden. Prost! Mich ruft das Ziel und das war in diesem Jahr der Salzgittersee. Dieser ist nicht sonderlich spektakulär, doch durchaus mal einen Tagesausflug wert. Habs gesehen, dort gechillt.. abgehakt.

Salzgittersee
Salzgittersee

Zurück ging die Tour dann über Hildesheim und je näher Hannover kam, desto lauter und hektischer wurde die Szenerie. Gedanklich war man da aber bereits schon an der Planung der kommenden Route und einer weiteren Flucht aus der Stadt heraus. Auszeiten, die bewusst genutzt werden und Kraft geben.

Die Tour auf Strava
rantadigram

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